So schreibst du ohne technische Kenntnisse ein gutes Website-Briefing
Ein gutes Briefing übersetzt Geschäftsentscheidungen, Kundenbedürfnisse und Prioritäten in einen klaren Startpunkt.
Ein Website-Briefing zu schreiben kann schwierig wirken, wenn du weder Designer noch Entwickler oder digitaler Projektleiter bist. Vielleicht weißt du, dass die aktuelle Website nicht ausreichend hilft, kannst den gewünschten Ersatz aber nicht technisch beschreiben. Das ist kein Problem. Die beste Grundlage ist keine Sammlung von Fachbegriffen, sondern eine klare Erklärung deines Geschäfts, deiner Kunden und der Entscheidungen, die die Website unterstützen soll.
Das Briefing muss nicht jedes einzelne Layout oder jede Funktion vorwegnehmen. Es soll vor dem Start ein gemeinsames Verständnis herstellen. Wenn Prioritäten, offene Punkte und wichtige Ergebnisse sichtbar sind, kann ein Team daraus eine sinnvolle Struktur entwickeln.
Mit dem Grund für das Projekt beginnen
Schreib auf, warum die Website jetzt überarbeitet werden soll. Vielleicht verstehen Besucher dein Angebot nicht, finden bestehende Kunden wichtige Informationen nicht oder hat sich dein Unternehmen verändert. Ein konkreter Anlass ist hilfreicher als die Aussage, die Website solle einfach moderner werden.
Beschreib die aktuelle Situation mit Beispielen. Nenn wiederkehrende Kundenfragen, schwer auffindbare Seiten, veraltete Leistungen, unklare Wege oder Aufgaben, die außerhalb der Website passieren. Hinweise aus Anfragen, Beobachtungen oder Gesprächen mit Mitarbeitenden können dazugehören, ohne dass daraus ein technischer Analysebericht werden muss.
Beschreib anschließend den gewünschten Unterschied nach dem Start. Vielleicht sollen passendere Anfragen entstehen, Leistungen verständlicher werden, Besucher vor dem Erstkontakt mehr Vertrauen gewinnen oder Routinefragen abnehmen. Leg die wichtigsten Ergebnisse fest. Sie helfen später bei der Entscheidung, welche Seite oder Funktion zum ersten Umfang gehört.
Die Menschen beschreiben, denen du hilfst
Beschreib deine Zielgruppe nicht nur über Alter, Branche oder Ort. Erklär, warum jemand die Website besucht, was diese Person bereits weiß und wodurch Unsicherheit entsteht. Ein neuer Kunde braucht vielleicht eine einfache Einführung, während ein bestehender Kunde schnell Informationen, Preise oder eine bestimmte Leistung sucht.
Notiere typische Situationen. Vergleichen Besucher Anbieter, prüfen sie dein Einsatzgebiet, suchen sie eine dringende Antwort oder bereiten sie ein Gespräch vor? Halte Begriffe fest, die Kunden selbst verwenden. Diese Formulierungen sind für Navigation, Überschriften und Inhalte wertvoll, weil sie die Sichtweise der Besucher zeigen.
Beschreib Unterschiede zwischen wichtigen Gruppen. Wenn eine Gruppe andere Informationen, Sprache oder Handlungen benötigt, sollte das früh sichtbar sein. Du musst nicht für jede Gruppe eine eigene Website verlangen. Du solltest aber zeigen, wo Fragen und Prioritäten auseinandergehen, damit die Struktur verständlich bleibt.
Die wichtigsten Handlungen festlegen
Liste auf, was Besucher tun können sollen. Dazu gehören etwa Leistungen vergleichen, ein Angebot anfragen, ein Gespräch buchen, einen Ort finden, Vorbereitungshinweise lesen oder die richtige Person erreichen. Ordne diese Handlungen; nicht jeder Link hat dieselbe Bedeutung.
Definiere, wann eine Handlung erfolgreich ist. Soll nach einer Anfrage eine Bestätigung erscheinen, ein Termin gewählt oder ein Dokument hochgeladen werden? Was muss jemand auf einer Leistungsseite verstehen, bevor eine Kontaktaufnahme sinnvoll ist? Diese Angaben verbinden die Website mit deinem tatsächlichen Ablauf.
Schreib auch auf, was nicht erzwungen werden soll. Manche Besucher möchten erst lesen, später zurückkommen oder einen anderen Kontaktweg nutzen. Ein gutes Briefing lässt Raum für Vertrauen und eigene Recherche, statt jeden Besuch nur an einer sofortigen Formularsendung zu messen.
Vorhandene Inhalte und Wissen sammeln
Erstell eine Übersicht vorhandener Materialien. Dazu gehören Leistungsbeschreibungen, Kundenfragen, Fotos, Bewertungen, Anleitungen, Bedingungen und interne Erklärungen. Kennzeichne jeden Inhalt mit behalten, überarbeiten, zusammenführen, prüfen oder entfernen.
Mehr Text macht eine Website nicht automatisch besser. Eine kurze Erklärung an der richtigen Stelle kann hilfreicher sein als mehrere lange Seiten. Notiere fehlende Informationen, zu technische Formulierungen und widersprüchliche Aussagen.
Bezieh Mitarbeitende mit direktem Kundenkontakt ein. Sie wissen, welche Versprechen Erklärung brauchen und welche Fragen vor einem Kauf oder einer Anfrage auftauchen. Ihr Wissen verhindert, dass das Briefing nur die interne Perspektive wiedergibt.
Richtung für Marke und Darstellung geben
Du musst keine Schriften, Abstände oder vollständige Farbregeln vorgeben. Beschreib stattdessen, welchen Eindruck die Website erzeugen soll und welchen sie vermeiden muss. Die Seite kann ruhig, praktisch, herzlich, präzise, hochwertig oder besonders zugänglich wirken. Erklär, warum das zu Kunden und Leistung passt.
Sammle Websites, Publikationen oder Bilder als Referenz. Schreib dazu, was dir gefällt: Klarheit, Tempo, Fotografie, Ton, Navigation oder Detailgrad. Nenn auch, was nicht übernommen werden soll. Eine Referenz sollte ein Prinzip vermitteln, keine Aufforderung sein, das Design eines anderen Unternehmens zu kopieren.
Erwähn vorhandene Logos, Farben, Bilder, Sprachversionen, Erwartungen an die Barrierefreiheit und Einschränkungen. Wenn etwas noch offen ist, kennzeichne es als Frage. So wird eine Annahme nicht versehentlich zu einer festen Anforderung.
Startprioritäten von späteren Ideen trennen
Bilde drei Gruppen: beim Start notwendig, bald danach wertvoll und eventuell später. Zum Start gehören Dinge, die Angebot, Vertrauen und nächste Handlung verständlich machen. Spätere Ideen können zusätzliche Inhalte, Integrationen oder Experimente sein, für die noch Belege fehlen.
Beschreib bei jeder Anforderung das zu lösende Problem. „Ein Kundenportal hinzufügen“ sagt weniger als „Bestandskunden sollen Dokumente ansehen können, ohne anzurufen“. Die zweite Aussage lässt eine einfachere Lösung zu und hilft, unnötige Funktionen zu hinterfragen.
Halte offene Fragen, ausstehende Entscheidungen und Verantwortliche fest. Ein Briefing ist ein Arbeitsdokument. Es macht Unsicherheit sichtbar, damit sie zur passenden Zeit geklärt wird.
Lass das Dokument von einer Person aus dem Unternehmen und einer unbeteiligten Person lesen. Die erste entdeckt fehlende Abläufe, die zweite unklare Annahmen. Halte das Ergebnis für die Planung überschaubar, aber ausführlich genug, um Prioritäten zu erklären.
ChatBuild kann helfen, diese praktische Richtung in eine klare Websitegrundlage zu übersetzen. Bring das Briefing in das erste Gespräch mit und nutz es, um Seiten, Inhalte und Handlungsaufforderungen zu beurteilen. Weitere Planungshinweise findest du in unserem Beitrag zur Website-Struktur.
Quellen
- Creating helpful, reliable, people-first content · Google Search Central
Häufige Fragen
- Muss ein Website-Briefing technische Anforderungen enthalten?
- Nimm bekannte Einschränkungen auf, etwa notwendige Systeme, Sprachen, Anforderungen an Zugänglichkeit oder Zuständigkeiten für Inhalte. Du musst die technische Umsetzung nicht selbst bestimmen. Beschreib den geschäftlichen Bedarf und lass die technische Lösung daraus folgen.
- Wie lang sollte ein Website-Briefing sein?
- Es sollte Anlass, Zielgruppe, Prioritäten, Inhalte und offene Fragen erklären und trotzdem in einem Planungsgespräch nutzbar bleiben. Ein fokussiertes Dokument von einigen Seiten ist oft besser als eine lange, ungeordnete Ideensammlung.
- Was ist der wichtigste Teil eines Briefings?
- Die klare Beschreibung von Kunden und gewünschtem Geschäftsergebnis. Wenn der Zweck der Website verstanden ist, lassen sich Seiten- und Funktionsentscheidungen leichter bewerten.
Sjors Hooijen Builds ChatBuild and writes about getting a business online without turning it into a project. Fragen zu diesem Artikel? Schreib an hi@chatbuild.com.